Hydraulischer Widder

Die Restaurierungsmaßnahmen am Hydraulischen Widder sind beendet. Das ganze Areal hat eine positive Veränderung erfahren. Am 14. Oktober 2005 wurde der Widder durch die ewag.kamenz der Öffentlichkeit übergeben.

Wann und warum wurde der Hydraulische Widder in Kamenz gebaut?
Durch den Ausbau des Kasernengeländes und die fortschreitende Industrialisierung um 1900 ergab sich ein erhöhter Bedarf an Trinkwasser.

In diesem Zusammenhang wurden durch die Stadt Kamenz neue Quellgebiete (Büttners Wiesen) zwischen den Ortschaften Lückersdorf und Gelenau erschlossen. Um eine Teil des Wassers in den Hochbehälter am Osthang des Hutberges zu transportieren, wurde 1905 eine dreifach kombinierte Mitteldruckheureka-Widderanlage Nr. 6 der Firma Merkel jun. aus Dresden errichtet. Diese pumpte das Wasser bis zum Jahr 1920 in den Hochbehälter bei Schefflers Gärtnerei. 1914 wurde eine elektrisch betriebene Dreiplungerpumpe der Firma Naeher Chemnitz zur Unterstützung gebaut. 1929 erfolgte bedingt durch den Neubau des Wasserwerkes Eselsburg die Stilllegung des Hydraulischen Widders.

Wann und warum wurde der Hydraulische Widder in Kamenz zum Denkmal erklärt?
Durch einen Beschluss des ehemaligen Rates des Kreises vom 21. Juni 1979 wurde der Hydraulische Widder mit der gesamten Bausubstanz zum Denkmal erklärt und in die Denkmalliste des Kreises Kamenz aufgenommen. Aus welchen Gründen bzw. durch wessen Anregung dies geschah, konnte bisher nicht ermittelt werden.

Was ist seitdem passiert?
Nachdem der Hydraulische Widder fast in Vergessenheit geraten war, entdeckte man 1998 bei Archivübernahmen aus dem Nachlass des ehemaligen VEB Wasserversorung und Abwasserbehandlung Dresden die Urkunde mit der Denkmalerklärung.

Nach Besichtigungen im Herbst 1999 fanden sich acht interessierte Personen, die erste Ideen zur Rettung des historischen Pumpwerkes entwickelten. Es folgten im Jahr 2000 durch den damaligen Besitzer, die Stadt Kamenz, und mit tatkräftiger Unterstützung des Kamenzer Geschichtsvereins e.V. Hilfsmaßnahmen gegen den weiteren Verfall der Anlage. Später bekam der Widder Stromanschluss und damit auch Licht.
Nach einem fast 70-jährigen Dornröschenschlaf präsentierte sich die Anlage zum Tag des offenen Denkmals 2002 erstmals wieder der Öffentlichkeit. Kamen damals 160 Besucher, bewunderten zwei Jahre später schon 285 Gäste das teilsanierte Gebäude.
Ende 2003 wurde das Grundstück an die ewagkamenz übertragen, die nach intensiven Vorbereitungen und Planungen im Frühjahr 2004 mit umfassenden Sanierungsarbeiten begann. Im selben Jahr wurde der alte, 3,5 Tonnen schwere Granittrog vom Spittelforst ins Widder-Gelände umgesetzt.
Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum sind Gebäude und Außenanlagen fertiggestellt worden. Die Wirkungsweise des außergewöhnlichen Pumpwerks ist seit Herbst 2005 in voller Funktionstüchtigkeit zu bestaunen.

Übergabe des Hydraulischen Widders

Neben dem Bürgermeister Herrn R. Dantz sprachen auch die ewag.kamenz Vorstände Herr Pfuhl und Herr Klein. Zahlreiche Gäste verfolgten die Übergabe. Anregende Gespräche unter den Gästen. Neue Ideen suchen bereits Mitstreiter.

Der Hydraulische Widder ist ein Projekt des Kamenzer Geschichtsvereins e.V. und der ewagkamenz.